Shih Tzu

Ein ruhiger Begleiter aus den tibetischen Klöstern, dem eine Wohnung und ein kurzer Spaziergang genügen. Zwei Dinge muss man bei ihm aber ernst nehmen: das lange Fell, das täglich gebürstet wird, und die kurze Nase, wegen der er Hitze schlecht verträgt.

Art:
Hund
Züchter bei uns:
99
Shih Tzu

Für wen er passt

Für jemanden, der einen Hund für zu Hause möchte, nicht für den Sport. Der Shih Tzu ist ausgeglichen, freundlich und Fremden gegenüber unbefangen — er wurde nie zum Bewachen oder Arbeiten gezüchtet, sondern zur Gesellschaft.

Er kommt mit einer Wohnung und kürzeren Spaziergängen aus und gehört damit zu den Rassen, die auch für ältere Menschen und für Haushalte ohne Garten passen.

Mit Kindern versteht er sich gut, aber es ist ein kleiner Hund mit großen, vorstehenden Augen — grober Umgang verletzt ihn schnell. Bei sehr kleinen Kindern braucht er Aufsicht eher seinetwegen als ihretwegen.

Nicht geeignet ist er für jemanden, der sich nicht täglich um Fell kümmern will, und er taugt weder zum Joggen noch für lange Sommertouren.

Wie er aussieht

  • Widerristhöhe: bis 27 cm
  • Gewicht: 4,5–8 kg
  • Körper: länger als hoch, kräftig, mit breiter Brust
  • Fell: lang, dicht, gerade, mit Unterwolle; es reicht bis zum Boden
  • Farbe: alle Farben sind zugelassen; bei gescheckten Hunden sind eine weiße Blesse und eine weiße Rutenspitze erwünscht
  • Kopf: rund, mit kurzer Nase und Haar, das vom Gesicht in alle Richtungen absteht wie eine Chrysantheme
  • Lebenserwartung: in der Regel 10–16 Jahre

Wie viel Bewegung er braucht

Eine halbe bis eine Stunde täglich, aufgeteilt auf zwei bis drei kürzere Spaziergänge. Gehen bekommt ihm besser als Laufen.

Bei Hitze geht man morgens und abends, nicht mittags. Eine kurze Nase bedeutet, dass der Hund sich durch Hecheln deutlich schlechter kühlt als andere Rassen, und eine Überhitzung kommt schnell. Im aufgeheizten Auto darf er keinen Moment bleiben — bei brachyzephalen Rassen endet das nicht gut.

Fellpflege — die Hauptarbeit bei dieser Rasse

Ein Shih Tzu in vollem Haarkleid wird jeden Tag gebürstet. Nicht jeden zweiten Tag, nicht am Wochenende. Das Fell reicht bis zum Boden, hat Unterwolle und verfilzt schnell.

Die meisten Halterinnen und Halter entscheiden sich deshalb für einen kürzeren Schnitt alle 6–8 Wochen. Das ist eine völlig legitime Lösung: dem Hund geht es besser, er überhitzt im Sommer weniger, und das Bürsten dauert dann wenige Minuten.

  • Eine Verfilzung wird nicht ausgekämmt. Das tut weh, die Haut darunter entzündet sich — die einzige Lösung ist ausscheren.
  • Das Haar über den Augen wird entweder zum Topknot gebunden oder gekürzt. Haar, das auf der Hornhaut reibt, ist eine häufige Entzündungsursache.
  • Augenpartie und Bart werden täglich abgewischt — bei dieser Rasse tränen die Augen stark und das Haar darunter bleibt feucht.
  • Haare in den Ohren und zwischen den Ballen werden gekürzt.

Fütterung

Ein erwachsener Hund frisst etwa 80–150 g Trockenfutter täglich in zwei Portionen. Die Rasse neigt zu Übergewicht, und jedes Kilo zu viel verschlechtert die Atmung.

Die Zähne brauchen besondere Aufmerksamkeit. Der Shih Tzu hat einen Vorbiss und in einem kurzen Kiefer eng stehende Zähne, deshalb bildet sich Zahnstein schneller. Zähneputzen oder Dentalsnacks sind hier kein Luxus.

Typische Krankheiten

Die meisten Probleme dieser Rasse folgen aus der Kopfform. Das sind keine Ausnahmen — es sind die Dinge, die ein guter Züchter von sich aus anspricht.

  • Brachyzephales Atemwegssyndrom — verengte Atemwege. Erkennbar an Schnarchen, lautem Atmen und schneller Erschöpfung in der Wärme. Leichte Formen schränken das Leben nicht ein, schwere werden operiert.
  • Augenverletzungen — ein vorstehendes Auge ist verletzlich. Hornhautgeschwüre, trockenes Auge und im schlimmsten Fall ein Vorfall des Augapfels nach einem Stoß oder einem ruckartigen Zug am Halsband. Ein Geschirr ist bei dieser Rasse deshalb besser als ein Halsband.
  • Patellaluxation — herausspringende Kniescheibe.
  • Bandscheibenvorfall — bedingt durch den längeren Rücken; Treppen und Sprünge vom Sofa lassen sich begrenzen.
  • Nierendysplasie — ein Erbfehler, der sich schon bei jungen Hunden durch vermehrtes Trinken und Gewichtsverlust zeigt.
  • Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen — bei eng stehenden Zähnen die Regel, nicht die Ausnahme.

Was Sie den Züchter konkret fragen: wie die Elterntiere nach Bewegung atmen, ob in der Linie jemand eine Atemwegsoperation brauchte und wie die Nasenlöcher des Welpen aussehen. Sie wollen einen Hund mit offenen Nasenlöchern und einer möglichst wenig eingedrückten Nase — bei dieser Rasse ist das das Wichtigste, was Sie bei der Auswahl selbst sehen können.

Das hier ersetzt keine Diagnose. Ein trübes oder schmerzendes Auge, lautes Atmen in Ruhe und plötzliche Schwäche der Hinterhand gehören in die Praxis, und zwar schnell.

Was Sie sonst bedenken sollten

Beim Shih Tzu hört die Pflege nie auf. Tägliches Bürsten oder ein regelmäßiger Salon, Augen abwischen, Zähne im Blick behalten — das ist eine lebenslange Routine, keine Welpenphase. Wer damit rechnet, bekommt einen genügsamen und angenehmen Begleiter.

Eine praktische Anmerkung noch: die Schur ist eine wiederkehrende Ausgabe, genau wie beim Pudel. Sie gehört von Anfang an ins Budget.

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