Cavalier King Charles Spaniel

Sanft, anhänglich und ohne jede Schärfe — einer der besten Familienhunde überhaupt. Er bringt allerdings zwei Erbkrankheiten mit, die so verbreitet sind, dass bei dieser Rasse die Wahl des Züchters wichtiger ist als alles andere.

Art:
Hund
Herkunft:
Vereinigtes Königreich
Züchter bei uns:
91
Cavalier King Charles Spaniel

Für wen er passt

Für fast jeden, der einen Hund in seiner Nähe möchte. Der Cavalier gehört zu den sanftesten Rassen überhaupt: geduldig mit Kindern, freundlich zu Fremden, konfliktfrei mit anderen Hunden. Ein Wachhund wird er nie.

Er ist ein Gesellschaftshund im ursprünglichen Sinn — gezüchtet dafür, beim Menschen zu sitzen. Er will im selben Raum sein wie Sie und erträgt das Alleinsein schlecht.

Nicht geeignet ist er für einen Haushalt, der den ganzen Tag leer steht. Und nicht für jemanden, der sich mit Gesundheit nicht befassen möchte: davon handelt die zweite Hälfte dieses Textes.

Wie er aussieht

  • Widerristhöhe: 30–33 cm
  • Gewicht: 5,4–8 kg
  • Fell: lang, seidig, leicht gewellt, mit Befederung an Ohren, Läufen und Rute
  • Farben: vier anerkannte — Blenheim (kastanienbraun-weiß), Tricolour, Black and Tan und Ruby (einfarbig kastanienbraun)
  • Lebenserwartung: in der Regel 9–13 Jahre

Der King Charles Spaniel ist eine eigene Rasse, keine Variante. Er ist kleiner, hat ein flacheres Gesicht und eine kürzere Nase. Der Cavalier hat einen längeren Fang und einen weniger gerundeten Kopf.

Wie viel Bewegung er braucht

Eine Stunde täglich, aufgeteilt auf zwei bis drei Spaziergänge, genügt. Der Cavalier geht gern weiter, wenn Sie weitergehen, und bleibt ebenso gern zu Hause.

Er schafft Wanderungen genauso wie eine ruhige Wohnung — aber bei einem Hund mit Herzgeräusch wird die Belastung mit der Tierärztin oder dem Tierarzt besprochen, nicht geschätzt.

Fellpflege

Zwei- bis dreimal pro Woche bürsten. Verfilzungen entstehen vor allem hinter den Ohren und in den Achseln; das lange befederte Ohr verfilzt zuerst.

Die Haare zwischen den Ballen werden gekürzt. Geschoren wird die Rasse nicht — das Fell soll natürlich wachsen.

Ein Hängeohr wird schlecht belüftet, deshalb sind Ohrentzündungen häufig. Eine wöchentliche Kontrolle reicht.

Fütterung

Ein erwachsener Hund frisst etwa 120–200 g Trockenfutter täglich in zwei Portionen. Die Rasse neigt zu Übergewicht, und bei einem Hund mit Herzfehler ist jedes Kilo zu viel eine unmittelbare Belastung.

Die Rippen müssen unter der Hand zu spüren sein. Leckerlis zählen zur Tagesration.

Typische Krankheiten — und warum sie hier besonders zählen

Der Cavalier ist ein schöner, sanfter Hund mit zwei ernsten Erbkrankheiten, die in der Population weit verbreitet sind. Das ist kein Grund, auf ihn zu verzichten; es ist ein Grund, den Züchter nach seinen Untersuchungen auszuwählen und nicht nach dem Preis.

  • Mitralklappenendokardiose (MVD) — ein Herzklappenfehler. Er betrifft einen großen Teil der Rasse und setzt bei Cavalieren früher ein als bei anderen Rassen, manchmal schon um das fünfte Lebensjahr. Zuerst zeigt sich ein Herzgeräusch, später Husten und Ermüdung. Die Elterntiere sollten kardiologisch untersucht sein, und gezüchtet werden sollte aus Linien, in denen das Geräusch spät auftritt.
  • Syringomyelie und Chiari-ähnliche Malformation — der hintere Schädelteil ist zu klein für das Gehirn, im Rückenmark bilden sich Hohlräume. Erkennbar an Kratzen am Hals ohne Berührung, an Schmerz und Berührungsempfindlichkeit am Kopf. Diagnostiziert wird per MRT.
  • Patellaluxation — herausspringende Kniescheibe.
  • Augenerkrankungen — trockenes Auge, Katarakt, Netzhautdysplasie.
  • Ohrentzündungen — bedingt durch die Ohrform.

Was Sie den Züchter konkret fragen: ob die Elterntiere kardiologisch untersucht sind und in welchem Alter, ob in der Linie per MRT auf Syringomyelie untersucht wird und wie alt die Vorfahren waren, als bei ihnen das Herzgeräusch auftrat. Ein guter Züchter antwortet darauf ohne Umschweife — an genau diesen Antworten erkennt man bei dieser Rasse die seriöse Zucht.

Das hier ersetzt keine Diagnose. Husten, schnelle Erschöpfung oder Kratzen am Hals gehören in die Praxis, nicht ins Internet.

Was Sie sonst bedenken sollten

Der Cavalier behält Sie den ganzen Tag im Blick. Wer einen selbstständigen Hund sucht, wird enttäuscht; wer einen Begleiter sucht, kann kaum besser wählen.

Und rechnen Sie damit, dass sich bei dieser Rasse eine Krankenversicherung oder eine Rücklage lohnt. Kardiologische Untersuchungen, Herzmedikamente und gegebenenfalls ein MRT sind nicht billig, und die Wahrscheinlichkeit, sie zu brauchen, ist hier höher als bei anderen.

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Wer diese Rasse züchtet

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