Zwergwidder
Das beliebteste Hauskaninchen überhaupt — ruhig, zutraulich und mit den Schlappohren, wegen derer die Leute es aussuchen. Genau der kurze Kopf und das hängende Ohr bringen aber zwei Probleme mit, an die man ein Kaninchenleben lang denken muss.
- Art:
- Kaninchen
- Herkunft:
- Deutschland
- Züchter bei uns:
- 15

Für wen er passt
Für eine Familie, die ein Kaninchen als vollwertiges Haustier möchte und nicht als Käfigschmuck. Der Zwergwidder gehört zu den ruhigeren und zutraulicheren Rassen — anders als die kleinen Farbenzwerge ist er meist weniger schreckhaft und gewöhnt sich leichter an die Hand.
Er ist gesellig. Allein soll er nicht leben. Das Kaninchen ist ein Gruppentier, und ein einzelnes Kaninchen in der Wohnung ist ein einsames Kaninchen; ideal ist ein kastriertes Paar.
Nicht geeignet ist er für kleine Kinder als Schmusetier zum Herumtragen. Kaninchen lassen sich ungern hochheben — in der Höhe fühlen sie sich bedroht, und beim Strampeln können sie sich die Wirbelsäule brechen. Gespielt wird auf dem Boden, nicht auf dem Arm.
Wie er aussieht
- Gewicht: nach dem Standard 1,5–1,9 kg als Idealgewicht; ausgestellte Tiere wiegen meist um 1,7 kg
- Körper: kurz, gedrungen, mit breiter Brust
- Kopf: breit, deutlich gewölbt, mit kurzer Schnauze
- Ohren: hängen seitlich am Kopf; dazwischen ist auf dem Scheitel die Krone zu sehen — der hervortretende Knorpel, an dem man die Rasse erkennt
- Fell: dicht, mittellang
- Farbe: praktisch jede ist anerkannt — wildfarben, schwarz, blau, madagaskarfarbig, gescheckt und weißgrannenfarbig
- Lebenserwartung: bei guter Haltung 8–12 Jahre
Vorsicht bei Bezeichnungen in Anzeigen. Als „Zwergwidder“ wird auch ein deutlich schwereres Kaninchen verkauft. Das Gewicht der Elterntiere ist der einzige Anhaltspunkt dafür, wie groß das Jungtier ausgewachsen wird.
Wo er wohnen soll — der häufigste Fehler
Ein Käfig aus dem Zoohandel ist für ein Kaninchen ein Schlafplatz, keine Wohnung. Ein Kaninchen braucht Platz, um loszulaufen und Männchen zu machen, und das lässt kein handelsüblicher Käfig zu.
- Mindestens 3 m² freie Fläche für ein Paar, ideal ein Gehege oder ein ganzes gesichertes Zimmer.
- Mehrere Stunden freien Auslauf täglich, auch wenn das Gehege groß ist.
- Ein Versteck zum Zurückziehen — Häuschen oder Tunnel. Ohne das lebt das Kaninchen im Dauerstress.
- Rutschfester Boden. Auf glattem Laminat schädigt sich das Kaninchen die Gelenke.
- Eine Toilette mit Heu — Kaninchen lernen einen festen Platz leichter, als man denkt.
- Gesicherte Kabel. Alles in Reichweite wird angenagt.
Ein Außenstall ist in Ordnung, wenn er isoliert, trocken und vor Sonne und Beutegreifern geschützt ist. Hitze tötet ein Kaninchen schneller als Frost — ab 25 °C muss gekühlt werden.
Fütterung
Hier wird am häufigsten falsch gemacht, und der Fehler zeigt sich an den Zähnen und an der Verdauung.
- Heu ist 80 % der Nahrung und muss immer verfügbar sein. Nicht nur wegen der Verdauung — das Kauen von Heu schleift die Zähne ab, die lebenslang nachwachsen.
- Frisches Grün und Kräuter täglich: Löwenzahn, Spitzwegerich, Petersilie, Möhrengrün, Staudensellerie, Blattsalat (kein Eisbergsalat).
- Pellets nur in kleiner Menge — etwa ein Esslöffel täglich, und nur gute, ohne bunte Stückchen und Getreide.
- Wasser im Napf, nicht nur in der Flasche. Aus dem Napf trinkt das Tier mehr.
- Obst nur ausnahmsweise, als Leckerbissen. Zucker schadet dem Kaninchen.
- Niemals: Brot, Mais, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und die sogenannten Snacks mit Honig oder Joghurt.
Jeder Futterwechsel erfolgt schrittweise über mehrere Tage.
Regelmäßige Pflege
- Fell — einmal wöchentlich bürsten, im Fellwechsel öfter. Das Kaninchen putzt sich wie eine Katze, kann aber nicht erbrechen, sodass verschlucktes Haar im Verdauungstrakt bleibt.
- Krallen — etwa alle 6–8 Wochen schneiden.
- Ohren — beim Widder regelmäßig kontrollieren, siehe unten.
- Hinterteil — täglich nachsehen, ob es sauber und trocken ist. Bei warmem Wetter legen Fliegen dort Eier ab, und die Maden bohren sich innerhalb eines Tages in das Tier. Das ist lebensbedrohlich.
Typische Krankheiten
Zwei davon folgen unmittelbar aus dem Aussehen der Rasse. Das ist kein Grund, auf einen Widder zu verzichten — es ist ein Grund, vorher davon zu wissen.
- Zahnfehlstellungen — der verkürzte Kopf bedeutet weniger Platz für Zähne, die lebenslang wachsen. Ein falscher Biss führt zu Überwuchs, scharfen Spitzen und schmerzhaften Verletzungen der Zunge. Erkennbar an Speicheln, Abmagern und dem Verweigern harten Futters. Viel Heu ist die beste Vorbeugung, einen Erbfehler löst es aber nicht.
- Ohrentzündungen — das hängende Ohr wird nicht belüftet, Ohrenschmalz sammelt sich und kann nicht abfließen. Erkennbar an Kratzen, Kopfschiefhaltung und Geruch. Beim Widder werden die Ohren regelmäßig kontrolliert; bei stehohrigen Rassen ist das kaum ein Thema.
- Verdauungsstillstand — das Kaninchen frisst nicht mehr und setzt keinen Kot ab. Das ist ein Notfall: ein Kaninchen, das 12 Stunden nicht gefressen hat, gehört noch am selben Tag in die Praxis.
- Myxomatose und RHD — beide Krankheiten sind für Kaninchen tödlich und gegen beide wird geimpft, auch bei einem Tier, das nie nach draußen kommt. Sie werden von stechenden Insekten übertragen und lassen sich an Schuhen hereintragen.
- Encephalitozoon cuniculi — ein Parasit, der Gehirn und Nieren befällt; erkennbar an Kopfschiefhaltung oder Lähmungen.
- Kokzidiose — bei Jungtieren häufig, zeigt sich als Durchfall.
Was Sie den Züchter fragen: wie der Biss der Elterntiere aussieht, ob eines von ihnen überwachsene Zähne hatte und ob die Jungtiere geimpft sind. Eine Zahnfehlstellung ist erblich, und Sie erkennen sie, bevor Sie sie bezahlen.
Das hier ersetzt keine Diagnose. Ein Kaninchen, das nicht frisst, keinen Kot absetzt, den Kopf schief hält oder speichelt, gehört sofort in die Praxis — am besten in eine, die regelmäßig Kleinsäuger behandelt.
Was Sie sonst bedenken sollten
Kastration lohnt sich. Bei Häsinnen senkt sie das Risiko von Gebärmutterkrebs deutlich, das bei unkastrierten Tieren hoch ist; bei Rammlern verringert sie Markieren und Aggression. Sie ist zugleich die Voraussetzung dafür, dass ein Paar friedlich zusammenlebt.
Und das Letzte, was unterschätzt wird: ein Kaninchen lebt acht bis zwölf Jahre, und seine Behandlung ist meist teurer als die einer Katze, weil nicht jede Praxis Kaninchen behandelt. Suchen Sie die nächste Kleinsäugerpraxis, bevor Sie sie brauchen.
Möchten Sie so ein Tier?
15 Zuchtstätten bei uns züchten sie. Bei jeder stehen Kontakt und Link zur Seite.
Wer diese Rasse züchtet
- Albert HeindlSalzweg, Deutschland
- Bernd PolsterPegnitz, Deutschland
- Franz GrafNittenau, Deutschland
- Franziska FurtwenglerFürth, Deutschland
- Jan KurzböckWegscheid, Deutschland
- Karll-Heinz LeirichSpiegelau, Deutschland
- Lena AckermannWolfratshausen, Deutschland
- Linda ReimWeihern/Paf, Deutschland
- Martin HeimgärtnerWald, Deutschland
- Nico FuchsManching, Deutschland
- Reinhard NeukamGoldkronach, Deutschland
- Reinhold HilburgerStörnstein, Deutschland
- Sabine ObermüllerAschau im Chiemgau, Deutschland
- Siegfried RödelGattendorf, Deutschland
- Stefan JohannMamming, Deutschland
Züchter nach Region
Die Zahl zeigt, wie viele Züchter in der Region genau diese Rasse züchten.
Züchter dieser Rasse züchten auch
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