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Hund oder Katze entlaufen: die ersten Stunden entscheiden

· Von pawfie

Am wichtigsten ist, was in der ersten Stunde geschieht — und das ist genau die Stunde, in der man am schlechtesten denkt. Diese Liste lässt sich auch mit zitternden Händen abarbeiten.

Diesen Text liest man am besten, bevor man ihn braucht. In dem Moment, in dem ein Tier verschwindet, liest niemand mehr etwas — da wird schnell und falsch entschieden.

Die erste Stunde

Bleiben Sie dort, wo das Tier verschwunden ist. Das geht gegen jeden Instinkt und funktioniert trotzdem besser als im Umkreis von einem Kilometer herumzulaufen.

  • Laufen Sie dem Hund nicht hinterher. Ein Hund in Panik läuft weiter, und wer hinter ihm herrennt, treibt ihn vor sich her. Setzen oder hocken Sie sich hin, drehen Sie sich seitlich weg und sprechen Sie ruhig.
  • Rufen Sie nicht laut. Ein verängstigtes Tier kommt auf Geschrei nicht zu, auch wenn es die Stimme kennt.
  • Lassen Sie etwas von sich da. Die Decke aus dem Körbchen, ein getragenes T-Shirt, die Transportbox. Hund und Katze kehren in Panik oft dorthin zurück, wo sie vertrauten Geruch wahrnehmen — manchmal erst nach Einbruch der Dunkelheit.

Eine Katze verhält sich anders als ein Hund

Der Hund entfernt sich, die Katze versteckt sich. Eine aufgeschreckte Katze bleibt meist in der Nähe — oft nur wenige hundert Meter — und verkriecht sich an der ersten dunklen Stelle, die sie findet.

Suchen Sie deshalb in Schuppen, Kellern, Garagen, unter Autos, in Holzstapeln und Hecken am Zaun. Und suchen Sie im Dunkeln und leise: eine Katze, die sich tagsüber nicht meldet, meldet sich abends vielleicht doch.

Fragen Sie die Nachbarn, ob Sie in deren Garten oder Schuppen nachsehen dürfen. Der häufigste Ausgang dieser Geschichte ist eine Katze, die in einer fremden Garage eingesperrt war.

Der Chip: ein Anruf, der sich sofort lohnt

Der Chip allein bringt kein Tier zurück. Zurück bringt es der aktuelle Kontakt im Register, in dem der Chip eingetragen ist.

In Deutschland sind das vor allem zwei, beide kostenlos: TASSO und FINDEFIX, das Register des Deutschen Tierschutzbundes. Melden Sie den Verlust dort und prüfen Sie, ob Ihre Telefonnummer noch stimmt. FINDEFIX erstellt aus der Vermisstmeldung automatisch ein Suchplakat zum Herunterladen.

Wer sein Tier nie registriert hat: die Tätowierung oder Chipnummer steht im Heimtierausweis, und die Tierarztpraxis, die gechipt hat, führt darüber Buch.

Wer das Tier findet und den Chip beim Tierarzt oder im Tierheim auslesen lässt, kommt ausschließlich über diesen Eintrag zu Ihnen. Steht dort eine alte Nummer, ist der Chip wertlos.

Wen anrufen, und in welcher Reihenfolge

  1. Tierheime in der Umgebung — und nicht nur das nächste. Ein Tier kann zwei Landkreise weiter landen, wenn es jemand mitnimmt.
  2. Tierarztpraxen in der Umgebung. Ein gefundenes Tier wird oft zuerst dorthin gebracht.
  3. Ordnungsamt und Fundbüro. Gefundene Tiere gelten rechtlich als Fundsache und werden dort gemeldet.
  4. Die Polizei, wenn der Verdacht besteht, dass das Tier gestohlen wurde.

Rufen Sie jeden Tag neu an, nicht nur einmal. Wer heute nichts weiß, weiß es morgen vielleicht.

Die Anzeige: was hineingehört und was nicht

Hinein gehören:

  • Ein Foto, auf dem das Tier ganz zu sehen ist, dazu eine Nahaufnahme.
  • Wo und wann es verschwunden ist.
  • Eine Telefonnummer.

Und jetzt das, was üblicherweise falsch gemacht wird: schreiben Sie nicht alles hinein.

  • Veröffentlichen Sie die Chipnummer nicht. Wer das Tier wirklich gefunden hat, braucht sie nicht — der Tierarzt liest sie selbst aus.
  • Nennen Sie keine konkrete Belohnungssumme. Eine Zahl in der Anzeige zieht Leute an, die das Tier nie gesehen haben.
  • Behalten Sie ein Erkennungsmerkmal für sich. Einen weißen Fleck an der Hinterpfote, eine Narbe, eine besondere Ohrform. Daran erkennen Sie, ob jemand anruft, der das Tier tatsächlich vor sich hat.

Betrüger — rechnen Sie mit ihnen

Anzeigen über vermisste Tiere werden gezielt von Leuten verfolgt, die wissen, dass sie jemandem schreiben, dem es gerade so schlecht geht wie lange nicht. Sie erkennen sie an drei Dingen:

  • Sie wollen Geld im Voraus — für den Transport, für den Tierarzt, als Anzahlung.
  • Sie behaupten, weit weg zu sein, ein persönliches Treffen gehe nicht.
  • Sie schicken kein Foto und beschreiben auch nicht das Merkmal, das Sie für sich behalten haben.

Schicken Sie niemals Geld im Voraus. Eine Belohnung wird persönlich übergeben, und zwar erst mit dem Tier im Arm.

Geben Sie nach einer Woche nicht auf

Tiere kommen auch nach Monaten zurück. Lassen Sie die Anzeige online, rufen Sie weiter in den Tierheimen an und halten Sie den Kontakt im Register aktuell.

Was sich tun lässt, solange alles ruhig ist

Das hier ist der einzige Teil, den es sich lohnt heute zu erledigen:

  • Aktuelle Fotos haben — den ganzen Körper von der Seite und eine Nahaufnahme des Kopfes. Ein verwackeltes Foto vom letzten Jahr nützt in der Anzeige nichts.
  • Prüfen, ob die Telefonnummer im Register stimmt.
  • Wissen, wo die nächsten Tierheime sind und welche Nummer sie haben.

Wer sein Tier hier eingetragen hat, kann dessen Seite mit einem Klick als vermisst kennzeichnen — der Link trägt dann alles Wichtige an einer Stelle und lässt sich unverändert weitergeben.

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